History

Geschichte unserer Gartensparte

Der Beginn des Kleingartenvereins "Zur Aue" e.V. reicht zurück bis in das Jahr 1924. Er existiert also bereits seit über 80 Jahren. Anfang 1924 bekamen einige Dresdner Land von der Stadt Dresden zugewiesen. Aus einer Müll- und Schutthalde, die hinter dem Dresdner Schlachthof wahr, schufen sich einige Dresdner unter grossen Mühen ihre Kleingärten. Es entstanden die ersten 24 Parzellen. Auf diesen durften keine Lauben gebaut werden und die Gartenfreunde mussten immer mit einer kurzfristigen Kündigung rechnen, zu der es jedoch nie kam. Dieser wurde der Verein "Elbestrand".

Im April 1931, als auch in Dresden grösste Arbeitslosigkeit herrschte, fasste der Rat der Stadt Dresden den Beschluss, Arbeitslosen ein weiteres Stück Schuttgelände zur Verfügung zu stellen, um sie von der Strasse wegzubekommen. Mit dem Anbau von Kartoffeln, Obst und Gemüse konnten sie ihre materielle Not etwas lindern und hatten eine sinnvolle Beschäftigung.
Es entstanden ca. 26 Parzellen. Dies wahr der Beginn des  Vereins "Schlachthofinsel Süd". Die Zuteilung der Parzellen erfolgte durch das Fürsorgeamt, denn die Mitglieder waren die Ärmsten der Armen, alles Arbeitslose.

Im Herbst 1932 kam ein weiteres Stück Schuttgelände hinter dem Schlachthof hinzu. Diese ca. 42 Parzellen nannte sich Verein "Schlachthofring Nord".
Im Januar 1939 schlossen sich die drei unmittelbar nebeneinander liegenden Vereine "Elbestrand", "Schlachthofring Süd" und "Schlachthofring Nord" zu einem Verein zusammen, der nun unter dem Namen "Zur Aue" geführt wurde.

Die Arbeit, die die Kleingärtner auf diesem unwirtlichen Schuttgelände leisteten, um wirkliches Gartenland zu schaffen, ist fast nicht nachvollziehbar. Es gab kein Wasser. Die Gartenfreunde mussten es mühevoll mit Eimern, Kannen und Fässern aus der nahegelegenen Elbe holen, um ihre Pflanzen zu giessen. In der Folgezeit wurden dann nach und nach Brunnen gebaut und Stück für Stück Wasserleitungen gelegt. Es gab keine Muttererde. Die Kleingärtner schufen sich durch Kompostierung selbst die fruchtbare Erde.

Im Laufe der Jahre wurden in Gemeinschaftsarbeit Wege angelegt, Zäune errichtet, Hecken und Bäume gepflanzt. Für die Kinder wurde ein Spielplatz von 1.400 qm gebaut. Dafür wurden allein
1.500 Stunden Gemeinschaftsarbeit geleistet.

Während des 2. Weltkrieges haben fast nur Frauen die Kleingarten - und Gemeinschaftsarbeit geleistet, denn die Männer waren fast alle an der Front.

Nach den schweren Bombenangriffen am 13. Februar 1945 haben einige Familien, die keine Wohnung mehr hatten, in ihren primitiven Lauben ein Obdach gefunden, das bis in die 60er Jahre ihr einziges Zuhause war.

 In den folgenden Jahren konnte die Gartenanlage noch erweitert werden. So bekam der Verein 1981 Boden von der Deutschen Reichsbahn. Dieses Land wurde in freiwilliger Arbeit vor allem an den Wochenenden urbar gemacht, dabei mussten über 50t Schutt eines alten Kesselhauses beräumt werden und es entstanden schöne neue Kleingärten.

Besonders stolz sind die Gartenfreunde auf das in den 50er Jahren erbaute Vereinshaus. Hier werden heute noch Versammlungen, Lichtbildervorträge, Tanz- und Familienabende und andere Festlichkeiten abgehalten, die die Zusammengehörigkeit der Gartenfreunde sehr fördern. Zu vergessen sind auch nicht die jährlich veranstalteten Garten- und Kinderfeste, die ein Höhepunkt in jedem Gartenjahr sind und allen Gartenfreunden und Gästen viel Freude bringen.

In den Jahren 1983 bis 1989 wurden in ca. 2.000 freiwilligen Arbeitsstunden durch mühevolle Handarbeit Gräben geschaufelt, die zur Neuverlegung von Wasserrohren und der erforderlichen Erdverlegung der Stromkabel dringend erforderlich waren.

Heute haben wir über 200 Gärten, also über 200 Familien die sich auf unserer Kohlrabiinsel wohl fühlen und einer gesunden, liebgewordenen und der Umwelt nützlichen Freizeitbeschäftigung nachgehen. Die heutigen Kleingärtner im Verein "Zur Aue" e.V. sind zum Teil noch Nachkommen der einstigen Begründer. Sie sind in der Überzahl Rentner, Vorruheständler, Arbeitslose und Familien mit Kindern, die in ihrem Kleingarten glücklich sind und mit dieser Arbeit ihrem Leben Sinn geben und der Umwelt nützen.

Aber... Seit Anfang der 90 - iger wurde der Verein immer wieder auf harte Proben gestellt. Erst sollte die Kleingartenanlage der geplanten IGA weichen, dann wollte man einen Europapark auf unserer Kohlrabiinsel bauen und zum Schluss wollte Zirkus Sarassani unser Gelände beanspruchen. Nur durch massive Beschwerden und Proteste der Vereinsmitglieder sowie einer Unterschriftensammlung der Gartenfreunde konnten diese Vorhaben der Stadt Dresden verhindert werden

2002 war auch unsere Anlage vom Jahrhunderthochwasser in Dresden betroffen. Mehr als die Hälfte unserer  Gärten standen unter Wasser. Ein paar unserer Gartenfreunde fühlten sich einem Neustart nicht mehr gewachsen. Nicht desto trotz, haben die meisten betroffenen Gärtner die Ärmel hoch gekrempelt und ihr kleines Paradies wieder zum strahlen gebracht. Nicht zuletzt, dank der Unterstützung der Flutopferhilfe. In gemeinschaftlicher Arbeit haben wir auch unsere Anlage wieder in Ordnung gebracht.

 Lohn unserer Bemühungen ist der 3. Platz im Wettbewerb "Schönste Kleingartenanlage Dresdens" im Jahr 2005.

In diesem Jahr schafften wir es leider nur unter die ersten 8 in der Platzierung "Schönste Kleingartenanlage Dresdens" zu kommen. Durch eine Havarie in der Wasserversorgung und der daraus entstandenen Baggerarbeiten usw. begann unser Gartenjahr denkbar schlecht. Genau deshalb können wir uns 2006 freuen, unter den 8 schönsten Gärten Dresdens zu sein.

Nun haben wir im Wettbewerb "Schönste Kleingartenanlage Dresdens  einen grossen Schritt nach vorn gemacht. 2007 haben wir es auf den 3. Platz geschafft. Allen fleissigen Helfern noch mal DANKE!!! Unser grosses Vorhaben, welches wir dieses Jahr noch beginnen, ist die Neuverlegung der Wasserleitungen.

Wir schreiben mittlerweile das Jahr 2010 und es hat sich viel getan bei uns auf der Kohlrabiinsel.
1. Wir haben einen eigenen Brunnen
2. Jeder Garten hat einen eigenen Wasseranschluss, keine Leitungen durch andere Gärten     und vor allem... unter der Erde             
3. Unser Vereinshaus wurde einer Fussbodensanierung unterzogen und erstrahlt auch     farblich im neuen Glanz                 
4. Wir haben eine Vereinsfahne
5. Der Spielplatz für unsere Kinder wurde erweitert
Unter diesen Voraussetzungen können wir froher Dinge ins neue Jahrzehnt starten.

Dieses Jahr - wir schreiben 2011 - haben wir es geschafft. Wir haben den Wanderpokal für die schönste Kleingartenanlage Dresdens errungen.

 Hoffen und wünschen wir, das uns die "grüne Lunge" im Dresdner Ostragehege und die entstandene Gemeinschaft noch lange erhalten bleibt.

Der Kleingartenverein

Eindrücke von damals,  klick :o)

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